TRENDBAROMETER * 13.01.2023 – *KONSUMKAISER*


Das KK-Trendbarometer schaut auf die Dinge, die mich in der vergangenen Woche bewegt, belustigt oder erschüttert haben. Ein bunter Mix, unterhaltsam, lustig, manchmal auch nachdenklich…

 

Die heiße Phase…

Noch eine Woche, dann geht es los.

Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: ich ziehe nach Spanien, werde dort meinen Lebensmittelpunkt haben, und einen neuen Lebensabschnitt – samt neuer Arbeit – beginnen.

Die Abschiede hier werden immer trauriger. In dem Fitnessstudio, in dem ich bereits seit meiner Studentenjahre Kurse gebe, flossen schon so einige Tränen. Manche Menschen habe ich sportlich beinahe 30 Jahre begleitet, und viele schreiben ihre gute Mobilität im Alter auch meinem Wirken zu. Kein Wunder, wenn dann auf beiden Seiten die Betroffenheit groß ist, wenn man sich plötzlich trennt.

Ehrlich gesagt wäre ich gerne einfach bei Nacht und Nebel verschwunden, aber sowas kann man ja niemandem antun. Wer weiß, ob man sich je nochmals wiedersieht. Und ich bin so verwundert, wie viele, viele Menschen zu dieser Gruppe gehören, die ich am liebsten mit einpacken würde.

Verflixt, wenn man ein sentimentaler, alter Esel ist…

 

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Immobilien des Grauens

Obwohl wir ja bereits eine sehr schöne und geräumige Wohnung in Bellavista gefunden haben, schaue ich trotzdem immer noch neugierig auf den Immobilienmarkt, denn da gibt es schon echt verführerische Objekte. Irgendwann soll es dann auch mal die Strandlage mit Meerblick sein, aber erst, wenn man es genießen kann, und nicht die Arbeit im Vordergrund steht.

Und dann fand ich diesen Bungalow. 200 m², in geschlossener Anlage, 1950,- Euro Monatsmiete. Die erste Bildansicht war doch interessant. Zwar auf den ersten Blick etwas wie ein Gewächshaus (viele hohe Fenster, kann warm werden!), aber interessiert klickte ich weiter…

 

Doch dann ging es rund. Ernüchterung auf ganzer Linie. Darf ich das Wohnzimmer, samt modernstem Fernsehgerät präsentieren? Und die räudige Klimaanlage über der Tür ganz links wartet doch nur darauf, dem neuen Besitzer auf den Kopf zu plumpsen, oder?

Wenigstens kann man sich noch an der ultra-kitschigen Säule daneben festhalten um nicht vor Schreck in den Glastisch in der Mitte zu stürzen. Der Glastisch mit Meerjungfrauenständer. Whaat? Gibt es dieses Wort eigentlich, und warum muss man sowas sehen und lesen?

Die Schrankwand stammt aus grauer Vorzeit, ich habe sie das letzte Mal in den Neunzigerjahren gesehen, hat sich ja echt gut gehalten. Sie könnte zu einem Schatz werden, denn sie sieht so aus, als hätte man in ihr dereinst die Bundeslade versteckt.

 

Doch es kommt noch viel, viel besser. Ein Schlafzimmer mit fröhlichen Farben und Gardinen im Trendton „Pipi“. Ein Traum für alle, die erste Probleme mit Inkontinenz haben. Mit Inkompetenz hat sich allerdings die Person herumzuschlagen, die dieses Zimmer eingerichtet hat.

 

Und die Krönung dann: Eine Dusche mit Rüschenvorhang. Ich hätte nie-nie-niemals geglaubt, dass es sowas gibt! Aber die puffigen Phantasien der Menschen sind dann eben doch unergründlich.

Himmel, da fällt einem doch nichts mehr ein. WER vermietet sowas? Was wäre da so schwer dran den Krempel rauszuschmeissen, einen Einkauf bei Ikea über 5000 Euro starten, und schon wäre es erträglich – und könnte den anderthalbfachen Preis erzielen. Oder trifft das den ein oder anderen Geschmack?

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Neujahrsvorsätze schon gebrochen?

Auf eine Sache kann man sich beinahe blind verlassen: Die allseits so beliebten guten Vorsätze zum frisch gestarteten Jahr sind so schnell wieder über den Haufen geworfen, wie man „och nee“ sagen kann.

Die „guten Vorsätze“ werden in unseren Gehirnen ja geradezu inflationär ersponnen, denn nichts symbolisiert Neuanfang so dermaßen, wie eben das Neue Jahr. Aber warum Jahr für Jahr neue gute Vorsätze, warum nimmt man nicht gleich die alten? Mit denen hat es doch eh nicht geklappt, also entstauben und auf zum nächsten Versuch.

Weniger Alkohol trinken, mehr Gemüse essen, mit dem Rauchen aufhören, die Jahreskarte fürs Fitnessstudio auch mal nutzen…ja, all diese Visionen kommen uns mehr als bekannt vor. Die Hoffnung, es in DIESEM Jahr endlich besser zu machen, stirbt zuletzt.

In Wirklichkeit ist sie bei den meisten von uns allerdings bereits in der ersten Januarwoche gestorben. R.i.P.

Die Kunst, die hinter dieser ganzen Sache steckt, ist allerdings die Fähigkeit des Menschen, sich daraus kein schlechtes Gewissen zu stricken, sondern gleich darauf zu vertrauen, dass, wenn es denn schief gehen sollte, es immer noch einen nächsten 1. Januar geben wird. 🙂

 

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(Fotos: Konsumkaiser, Pixabay, Idealista.  Keinerlei Sponsoring)

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